Ein Nahwärmenetz unterscheidet sich grundlegend von klassischen Einzelheizungen.
Die klassische Einzelheizung besteht aus einem Wärmeerzeuger inkl. Zubehör wie, Heizkessel/Wärmepumpe, Kamin und Pufferspeicher; und den Wärmeabnehmern Warmwasser und Räumwärme (Heizkörper). Jedes Haus benötigt eine eigene komplette Heizanlage.
Die Wärme (Nutzenergie) wird dabei direkt beim Verbraucher aus einem Energieträger (Primärenergie) z.B. Gas oder Öl erzeugt.


Beim Nahwärmenetz wird die Wärme in einem zentralen Heizwerk erzeugt.
Die Wärme wird vom Heizwerk über ein Rohrleitungssystem mithilfe von Warmwasser direkt bis zum Verbraucher transportiert. Das Rohrleitungssystem besteht aus vorgedämmten Rohrleitungen, die im Boden verlegt werden. Üblicherweise erfolgt die Verlegung im Bereich von Straßen und Gehwegen, nur die letzten Meter gehen durch das Grundstück des Wärmekunden.
Im Haus gibt es nur eine kompakte Übergabestation mit deren Hilfe die Wärme aus dem Nahwärmenetz an den Heizungskreislauf übergeben wird. Dabei wird direkt Wärme (Endenergie) ins Haus geliefert, es erfolgt beim Wärmekunden keine Umwandlung mehr. Oft wird beim Wärmekunden ein Pufferspeicher vorgesehen um sicherzustellen, dass immer genug Wärme auch für ausgiebiges Duschen/Baden verfügbar ist. Die Pufferspeicher werden dabei mit den Übergabestationen kombiniert, so dass der Platzbedarf üblicherweise nicht mehr als ca. 1,5×1,5x2m ist.
Bei der Umstellung auf Nahwärme wird der vorhandene Heizkessel durch die Übergabestation ersetzt. Der Kamin ist für die Zentralheizung nicht mehr notwendig. Der Platzbedarf der Wärmeübergabestation ist dabei ähnlich wie der eines Kessels. Zusätzlicher Platzbedarf wie z.B. bei einer Ölfeuerung für den Lagertank wird nicht benötigt.
