Vorteile Nahwärme

Klassische Einzelheizungen beim Wärmekunden sind nicht mehr notwendig. Damit gibt es auch keine Beschaffung, keine Wartung und keine Reparatur mehr für den Heizkessel. Auch der Schornstein wird nicht mehr für die Heizungsanlage benötigt. Die Kosten für den Kaminkehrer entfallen ebenfalls.

Die Brennstoffbeschaffung durch jeden Hausbesitzer ist nicht mehr notwendig. Die notwendigen Energieträger werden vom Wärmenetzbetreiber beschafft und in Wärme umgewandelt. Der Wärmekunde kann die Wärme „einfach“ abnehmen, er muss sich um nahezu nichts selbst kümmern.

Der Hausbesitzer muss sich selbst lediglich um die Verbrauchsanlage (Umwälzpumpe, Leitungen und Heizkörper) kümmern. Die Verbrauchsanlage ist bei einer klassischen Einzelheizung ebenfalls vorhanden. Die Wärmeerzeugung und der Transport zum Kunden wird durch den Nahwärmebetreibe betrieben. Bedienung, Wartung, Reparatur, Brennstoffbeschaffung und der Austausch defekter Komponenten erfolgen komplett durch den Nahwärmebetreiber.

Bei der Umwandlung des Energieträgers in Wärme geht ein gewisser Teil mit dem Abgas über den Schornstein verloren (ca. 8-10%). Deshalb muss mehr Energie eingekauft werden als über die Raumheizung und die Warmwassererzeugung tatsächlich genutzt werden kann. Beim Wärmekunden gibt es keine Energieumwandlung und somit praktisch keine Verluste mehr. Es wird bereits die Nutzenergie (Wärme) geliefert. Die Wärme die über den Wärmemengenzähler geht kann direkt und vollständig genutzt werden. Durch die Umstellung auf Nahwärme muss der Wärmekunde als 5-10% weniger Energie (kWh) einkaufen als bei einer klassischen Einzelheizung.

Die Wärmeerzeugung erfolgt klimaneutral mithilfe von Biomasse (Waldrestholz) und ggf. Abwärmenutzung. Für die erzeugte Wärmeenergie fällt damit keine CO2-Abgabe an. Bei Fossilen Brennstoffen wird die anfallende CO2-Abgabe zwischen Mieter und Vermieter aufgeteilt.

Die Wärmeerzeugung in einem zentralen Heizwerk kann sehr schnell und günstig an neue Rahmenbedingungen angepasst werden.
Bei klassischen Einzelheizungen macht der Kessel (Wärmeerzeuger ) einen großen Anteil an den Investitionskosten für die Heizanlage aus. Der größte Anteil der Kosten für die Wärme entfällt auf den Energieträger.
Bei einem zentralen Heizwerk sind die Kosten für den Energieträger durch die größere Abnahme deutlich geringer als bei Einzelheizungen. Auch die Kosten für den Kessel (Wärmeerzeuger) sind im Verhältnis viel geringer als bei der klassischen Einzelheizung. Bei der Nahwärme ist ein großer Kostenfaktor der Bau des Nahwärmenetzes (Rohrleitungen). Dadurch hat auch das Netz einen großen Anteil an den Wärmekosten. Da der Kostenanteil des Wärmeerzeugers an den Wärmekosten bei einer zentralen Wärmeerzeugung deutlich geringer ist als bei einer klassischen Einzelheizung kann hier der Wärmeerzeuger mit deutlich weniger Einfluss auf die Wärmekosten getauscht oder durch andere Erzeugerarten ergänzt werden. Damit ist eine sehr flexible Anpassung an neue Rahmenbedingungen möglich.

Die Heizkosten sind bei Nutzung eines Nahwärmenetzes sehr gut kalkulierbar. Zu Vertragsbeginn wir ein Wärmepreis vereinbart. Über die Laufzeit werden die Wärmekosten an die allgemeinen Rahmenbedingungen am Energiemarkt angepasst. Die Anpassung erfolgt über eine im Vertrag vereinbarte Berechnung. Die Anpassung orientiert sich dabei ein Preisindizes (Kennzahlen vom statistischen Bundesamt).

Die Umstellung auf Nahwärme wird durch den Staat umfangreich gefördert, Fördersummen bis zu 70% der Umstellungskosten sind möglich. Details siehe: https://www.energiewechsel.de/KAENEF/Redaktion/DE/Downloads/foerderung-heizungstausch-beg.html

Alle Komponenten im Nahwärmenetz haben eine hohe Lebensdauer:

  • Wärmeerzeuger 20 Jahre
  • Wärmeübergabestation >30 Jahre
  • Rohrleitungen 50 Jahre
    Die Lebensdauer der meisten Komponenten im Nahwärmenetz liegt deutlich über denen einer klassischen Einzelheizung (20 Jahre).